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Übergewicht bei Katzen

Übergewicht bei Katzen: Ursachen & Behandlung

Übergewicht zählt zu den häufigsten Gesundheitsproblemen bei Katzen. Meist entsteht es durch eine zu hohe Energieaufnahme in Kombination mit zu wenig Bewegung. Die Folgen können erheblich sein: Neben eingeschränkter Beweglichkeit steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gelenkprobleme und Diabetes. Wir zeigen, woran Sie Übergewicht bei Katzen erkennen und wie Sie sie langfristig bei einer gesunden Gewichtsabnahme unterstützen können.


Was ist Übergewicht bei Katzen?

Kleinere Gewichtsschwankungen innerhalb von plus/minus 10 Prozent sind bei Katzen normal. Liegt das Körpergewicht einer Katze jedoch dauerhaft zwischen 10 und 20 Prozent über dem empfohlenen Idealgewicht, handelt es sich um Übergewicht.

Von Fettleibigkeit (Adipositas) spricht man, wenn eine Katze mindestens 15  Prozent über ihrem Idealgewicht liegt. Bei einer Katze mit einem Idealgewicht von 4 Kilogramm bedeutet das, dass sie ab einem Gewicht von etwa 4,6 kg als fettleibig gilt.

Während leichtes Übergewicht oft noch gut korrigierbar ist, stellt Fettleibigkeit eine ernsthafte Erkrankung dar. Sie sollte mit tierärztlicher Unterstützung behandelt werden, um der Katze wieder zu mehr Beweglichkeit, Gesundheit und Lebensfreude zu verhelfen.


Worin können die Ursachen für Übergewicht bei Katzen liegen?

Für Übergewicht bei Katzen kommen verschiedene Ursachen in Frage. Oftmals handelt es sich um ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren:

  • Ernährung: Zu energiereiches oder nicht artgerechtes Futter, zu große Portionen oder zu viele Snacks und Leckerlis können zu einer zu hohen Energiezufuhr führen.
  • Bewegungsmangel: Besonders Wohnungskatzen und ältere Tiere bewegen sich oft zu wenig, sind gelangweilt und verbrauchen somit weniger Energie als sie über die Ernährung aufnehmen.
  • Futterangebot: Steht Futter jederzeit leicht erreichbar zur Verfügung („Ad-libitum-Fütterung“), fressen manche Katzen (z.B. aus Langeweile) mehr, als sie tatsächlich benötigen – besonders dann, wenn das Futter sehr schmackhaft ist.
  • Kastration: Nach einer Kastration sinkt der Energiebedarf, während der Appetit häufig steigt.
  • Alter: Mit zunehmendem Alter sinkt häufig die Aktivität einer Katze. Wird die Futtermenge oder -zusammensetzung nicht angepasst, kann dies das Entstehen von Übergewicht begünstigen.
  • Genetische Veranlagung: Manche Katzenrassen neigen aufgrund genetischer Veranlagung eher zu einer Gewichtszunahme.

Wann gilt eine Katze als übergewichtig?

Ob eine Katze übergewichtig ist, lässt sich nicht allein am Körpergewicht festmachen. Faktoren wie Rasse, Größe, Geschlecht, Alter und individueller Körperbau spielen eine entscheidende Rolle. Gewichtstabellen können daher nur eine grobe Orientierung bieten.

Ausschlaggebend für die Beurteilung ist der sogenannte Body Condition Score (BCS). Er ermöglicht eine individuelle Einschätzung des Ernährungszustands und berücksichtigt dabei den Körperbau der Katze. Beurteilt werden unter anderem die Tastbarkeit der Rippen, die Ausprägung der Taille sowie die Bauchlinie. Ein deutlich gerundeter Bauch kann auf Übergewicht hinweisen. Allerdings besitzen viele Katzen auch bei Normalgewicht eine kleine Haut- und Fettfalte am Unterbauch, die beim Laufen leicht mitschwingt und nicht automatisch ein Zeichen für Übergewicht darstellt

Die behandelnde Praxis kann bei Unsicherheiten helfen, das Idealgewicht Ihrer Katze zu bestimmen.

Tabelle zur Orientierung des Gewichts laut Rassestandard:

Rasse Gewicht Kätzin Gewicht Kater
Norwegische Waldkatze 4,0 – 6,0 kg 5,5 – 8,5 kg
Perserkatze 3,0 – 5,0 kg 4,0 – 6,5 kg
Maine Coon 4,5 – 7,5 kg 6,0 – 9,5 kg
Siamkatze 2,5 – 4,0 kg 3,0 – 5,0 kg
Britisch Kurzhaar 4,0 – 6,0 kg 5,0 – 8,0 kg
Bengalkatze 3,5 – 5,0 kg 4,5 – 6,5 kg
Heilige Birma 3,0 – 4,5 kg 4,0 – 6,0 kg
Ragdoll 4,5 – 7,0 kg 6,0 – 9,5 kg

Aufgrund großer individueller Unterschiede – insbesondere auch zwischen Kätzin und Kater – dienen die in der Tabelle angegebenen Gewichte lediglich als grobe Orientierung. Eine höhere Aussagekraft bietet die Beurteilung durch den Body Condition Score (BCS). Bei Unsicherheiten sollte ein tierärztlicher Rat eingeholt werden.


Neigen manche Katzenrassen mehr zu Übergewicht als andere?

Mehrere Katzen verschiedener Rassen die zu Übergewicht neigen nebeneinander

Ja, manche Katzenrassen haben ein leicht erhöhtes Risiko für Übergewicht. Dazu zählen zum Beispiel die Britisch Kurzhaar, Maine Coon und Norwegische Waldkatze. Dies kann mit genetischer Veranlagung (unter anderem ihrem ruhigen Wesen) zusammenhängen, aber auch mit der üblicherweise bevorzugten Haltungsform als reine Wohnungskatze, die häufig mit weniger Aktivität verbunden ist als die Haltung von Freigängern.


Übergewicht bei Katzen erkennen

Übergewicht bei Katzen kann im Anfangsstadium leicht übersehen werden. Achten Sie auf folgende Symptome und kontrollieren Sie das Gewicht Ihrer Katze regelmäßig. Bei Unsicherheiten kann zudem die Einschätzung der behandelnden Tierarztpraxis hilfreich sein.


Welche Symptome gelten als Anzeichen für Übergewicht?

Symptome Beschreibung
Veränderte Silhouette Von oben oder von der Seite betrachtet ist die Taille kaum noch oder gar nicht mehr erkennbar. Mit zunehmendem Übergewicht wird der Bauch immer rundlicher.
Spürbare Fettpolster Wenn Sie mit der Hand am Körper der Katze entlangfahren, sind die Rippen aufgrund von Fettpolstern kaum mehr zu fühlen.
Verringerte Aktivität Die Katze spielt, springt und klettert weniger. Dagegen ruht sie auffallend viel.
Atemprobleme Bei Fettleibigkeit kommt die Katze schneller außer Puste.
Fellveränderungen Aufgrund eingeschränkter Beweglichkeit kann die Katze ihr Fell oft nicht mehr ausreichend pflegen.
Manche Körperstellen werden beim Putzen nicht mehr erreicht und verfilzen oder werden stumpf, andere dagegen übermäßig beleckt, sodass kahle Stellen entstehen können.

Begleiterkrankungen bei unbehandeltem Übergewicht von Katzen

Übergewicht ist kein Schönheitsmakel, sondern kann zu gesundheitlichen Begleiterkrankungen wie den folgenden führen:

Begleiterkrankung Beschreibung
Gelenkprobleme Zusätzliches Gewicht belastet die Gelenke und kann das Entstehen von Arthrose begünstigen.
Herz-Kreislauf-Erkrankung Das Herz wird stärker belastet und muss mehr arbeiten. Dadurch kann auch der Blutdruck steigen.
Diabetes mellitus Übergewicht fördert die Insulinresistenz und erhöht somit das Risiko für Diabetes. Für diese und weitere Erkrankungen gibt es Katzen-Spezialfutter.
Harnwegserkrankung Übergewicht kann die harnableitenden Wege einengen, das Immunsystem schwächen und den Stoffwechsel beeinflussen.
In Kombination mit Bewegungsmangel steigt dadurch das Risiko für Harnsteine und Harnwegsinfektionen.
Fettleber Zunehmende Fettablagerungen in den Leberzellen schränken die Leistungsfähigkeit der Leber immer weiter ein.

Tierarztbesuch bei Verdacht auf Übergewicht

Tierarzt wiegt die Katze um zu überprüfen ob Normal- oder Übergewicht

Wenn Sie beim Wiegen oder anhand des Erscheinungsbildes den Verdacht haben, dass Ihre Katze übergewichtig ist, sollten Sie Ihren Tierarzt aufsuchen. Übergewicht kann die Gesundheit und Lebensqualität der Katze deutlich beeinträchtigen und die Lebenserwartung erheblich verkürzen.

In der behandelnden Praxis können der allgemeine Gesundheitszustand sowie das Gewicht Ihrer Katze fachkundig überprüft werden. Ihre Beobachtungen als Katzenhalter spielen ebenfalls eine wichtige Rolle und können wertvolle Hinweise liefern.

Ergänzend können weitere Untersuchungen wie z.B. Blutuntersuchungen sinnvoll sein, um Begleiterkrankungen frühzeitig zu erkennen oder auszuschließen. Je früher geeignete Maßnahmen eingeleitet werden, desto besser lässt sich die Lebensqualität Ihrer Katze erhalten.


Wie wird Übergewicht bei Katzen behandelt?

Eine Gewichtsreduzierung sollte stets langsam und kontrolliert erfolgen. Eine zu schnelle Abnahme könnte zur Folge haben, dass der Körper Muskelmasse abbaut und der Leberstoffwechsel beeinträchtigt wird. Als Faustregel gilt, dass eine Katze nicht mehr als 0,5 bis 1 Prozent ihres Körpergewichts pro Woche verlieren sollte. Eine gesunde Gewichtsabnahme kann daher mehrere Wochen bis Monate in Anspruch nehmen.


Futterumstellung in Absprache mit dem Tierarzt

Eine gesunde Gewichtsreduktion ist mit herkömmlichem Futter in der Regel nicht möglich. Damit die Energieaufnahme ausreichend gesenkt werden kann, müsste die Futtermenge meist so stark reduziert werden, dass bei längerer Fütterung Nährstoffmängel entstehen können. Deshalb ist es in vielen Fällen empfehlenswert, auf ein spezielles Katzenfutter zur Gewichtsreduktion umzusteigen.

Die Anpassung der Futtermenge oder die Umstellung auf ein Diätfutter sollte nicht ohne fachliche Beratung erfolgen. Die benötigte Menge an Nass- und/oder Trockenfutter sollte individuell für Ihr Tier von einem Ernährungsexperten berechnet werden.

Die behandelnde Praxis kann Sie bei der Auswahl eines geeigneten Futtermittels unterstützen und Ihre Katze durch regelmäßige Gesundheitskontrollen während der Gewichtsabnahme begleiten.

Sobald Ihre Tierarztpraxis das aktuelle Gewicht ermittelt und ein Zielgewicht festgelegt hat, können die passenden Portionsgrößen für den Beginn und den weiteren Verlauf der Diät berechnet werden. Wichtig sind regelmäßige Gewichtskontrollen – idealerweise einmal pro Woche auf einer geeigneten Waage –sowie viel Geduld.


Bewegung fördern

Mehr Bewegung unterstützt eine gesunde Gewichtsreduktion, denn eine reine Absenkung der Energiezufuhr reicht meist nicht aus. Durch mehr Aktivität baut die Katze Muskulatur auf, wodurch sich die Körperzusammensetzung verbessert und der Stoffwechsel positiv beeinflusst wird. So kann die Gewichtsabnahme erleichtert werden.

Vor allem reine Wohnungskatzen sollten zu mehr Bewegung animiert werden. Das Bewegungsprogramm muss dabei stets an den körperlichen Zustand des Tieres angepasst sein und sollte nur langsam gesteigert werden.

Bereits kleine Veränderungen in der Umgebung, wie den Balkon als Reviererweiterung zur Verfügung zu stellen oder mehr Klettermöglichkeiten in der Wohnung zu schaffen, können hilfreich sein. Zusätzlich kann sogenanntes „Activity Feeding“ („Aktivitätsfütterung“) dabei helfen, die Katze zu mehr Bewegung, Beschäftigung und einer langsameren Nahrungsaufnahme anzuregen. Dabei kommen Intelligenz- und Futterspielzeuge zum Einsatz, bei denen sich die Katze ihr Futter aktiv erarbeiten muss.

Viele Beschäftigungsmöglichkeiten lassen sich einfach und kostengünstig selbst herstellen. Wichtig ist dabei, ungiftige Materialien zu verwenden und darauf zu achten, dass keine Verletzungsgefahr für die Katze besteht.

Darüber hinaus sollte sich jeder Katzenhalter täglich Zeit für gemeinsame Spieleinheiten nehmen. Dabei sollte die Intensität des Spiels langsam – an den Zustand der Katze angepasst – gesteigert werden.


Behandlung von Begleiterkrankungen

Übergewicht kann bei Katzen verschiedene Erkrankungen auslösen, die individuell behandelt werden müssen:

  • Diabetes mellitus: Die Behandlung erfolgt in der Regel über eine Insulintherapie und ein spezielles Diätfutter, das Blutzuckerschwankungen minimiert und die Gewichtsreduktion unterstützt.
  • Arthrose und Probleme mit den Gelenken: Schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente können gemeinsam mit gelenkunterstützenden Nahrungsergänzungen dazu beitragen, der Katze wieder mehr Freude an Bewegung zu ermöglichen.
  • Herz‑Kreislauf‑Erkrankungen: Je nach Befund werden herzunterstützende Medikamente gegeben und der Krankheitsverlauf in regelmäßigen Kontrollen überwacht, um die Belastung und Therapie optimal anzupassen.
  • Fettleber (Hepatische Lipidose): Durch die Fütterung einer fettarmen Diät, eine langsame und kontrollierte Gewichtsabnahme sowie – falls notwendig – tierärztliche Maßnahmen kann sich die Leberfunktion wieder verbessern und normalisieren.
  • Harnwegsprobleme: Die Therapie kann unterschiedliche Medikamente und möglicherweise spezielle Diätfutter oder Nahrungsergänzungsfuttermittel erfordern. Auch Maßnahmen zur Steigerung der Flüssigkeitsaufnahme gehören dazu.

Richtige Ernährung für übergewichtige Katzen

Eine Ernährungsanpassung ist fast immer die Grundlage einer Gewichtsreduktion. Der Tierarzt kann Ihnen sagen, wie Sie bei der Fütterung vorgehen sollten. Eine gute Unterstützung ist in vielen Fällen ein Diätfutter für Katzen, das weniger Fett enthält, aber einen erhöhten Proteingehalt aufweist. Dies fördert nicht nur die Akzeptanz, sondern auch den Abbau von Körperfett und erhöht den Sättigungseffekt. Darüber hinaus kann die Zugabe von L-Carnitin im Futter hilfreich sein, um die Energiegewinnung aus Fettsäuren zu stimulieren und somit zu einer verbesserten Körperzusammensetzung zugunsten der Muskelsubstanz beizutragen. Positiv kann auch ein erhöhter Faserstoffanteil sein, da Ballaststoffe nicht nur ein ausgewogenes Darmmikorbiom unterstützen können, sondern auch mit einer längeren Sättigung in Verbindung gebracht werden.

Tipp: Neben speziellem Diätfutter können auch Nahrungsergänzungsmittel für Gewicht und Körperkondition von Katzen hilfreich sein, um die Pfunde purzeln zu lassen.


Tipps zum Umgang mit Übergewicht bei Katzen

Wenn Ihre Katze übergewichtig ist, können Ihnen folgende Antworten auf häufig gestellte Fragen weiterhelfen.

Übergewicht bei Katzen: Häufige Fragen & Expertenantworten

Während einer Diätphase ist es empfehlenswert, das Gewicht der Katze wöchentlich mit einer exakten Waage (z.B. Babywaage, Küchenwaage) zu überprüfen.

Ein hochwertiges Katzenfutter, dessen Menge sich am individuellen Energiebedarf der Katze orientiert, bildet zusammen mit ausreichend Bewegung die beste Grundlage zur Vorbeugung von Übergewicht. Zusätzliche Snacks sollten dabei in der täglichen Energiezufuhr berücksichtigt werden.

Für Wohnungskatzen sind mehrere kurze Aktivitätsphasen pro Tag, die zusammengenommen mindestens 30 Minuten ergeben sollten, ideal. Freigänger vollbringen dies üblicherweise automatisch.